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Der Autor ist neben Eysenck und Skinner einer der profiliertesten Vertreter der Verhaltenstherapie. Das vorliegende Buch gehört zu den Standardwerken praktizierender Verhaltenstherapeuten.
Für den psychoanalytisch interessierten Leser mag es von Interesse sein, um sich ein Bild zu machen von den grundsätzlichen Unterschieden zwischen Verhaltensmodifikation und Psychoanalyse in der Theorie, im therapeutischen Handeln und in der Reflexion über das therapeutische Handeln. Nach Wolpes „behavioristischer“ Konzeption wird Verhaltenstherapie durch das S-R-Paradigma bestimmt, d. h., „wir können in einem einheitlichen Bezugssystem analysieren, kontrollieren und korrigieren. Ein so verstandener verhaltenstherapeutischer Prozeß ist eine systematische Änderung von Reiz-Reaktions-Beziehungen. Nicht die Verwendung effektiver Techniken, sondern die Verhaltensmodifikation als behavioristisch-orientiertes Experiment zeichnen die Verhaltenstherapie aus“ (S. 9). Das Konzept von Krankheit wird demzufolge eingeengt und die therapeutische Aufgabe wie folgt definiert: „Da der Verhaltenstherapeut die therapeutische Aufgabe darin sieht, überdauernde unangepaßte Gewohnheiten zu beseitigen, scheint das angemessenste Vorgehen zur Messung des Erfolgs, diese unangepaßten Gewohnheiten vor der Therapie zu klassifizieren und auszuzählen und dann, im Anschluß an die Therapie, das Ausmaß, in dem jede Gewohnheit beseitigt wurde, abzuschätzen“ (S. 279).
Das Inhaltsverzeichnis des Buches gibt Aufschluß über die verschiedenen De-Konditionierungsmethoden, die angewandt werden können, um „unangepaßte Gewohnheiten“ abzubauen, bzw. über die Konditionierungsmethoden, um erwünschte aufzubauen. Ist das Einschleifen einer neuen Gewohnheit geglückt, konstatiert Wolpe eine „Persönlichkeitsveränderung“ und sieht „in diesem Fall … eine Möglichkeit eröffnet, Verhaltenstherapie und Psychoanalyse als Wege zur Persönlichkeitsveränderung zu vergleichen“ (S. 282). Ohne auf dieses totale Mißverständnis psychoanalytischer Pra