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William James, zehn Jahre jünger als Wilhelm Wundt und vierzehn Jahre älter als Sigmund Freud, ist nie so recht von der deutschen Psychologie entdeckt worden; den Philosophen ist er eher bekannt als einer der Begründer des philosophischen Pragmatismus. Dabei ist er es, der für die amerikanische Psychologie den Start auf der Strecke formulierte, auf der sie heute auch in Europa und Deutschland angelangt ist: ein kosmopolitischer — mit intellektuellen Beziehungen zu beiden Seiten des Atlantik — und aus der Sicht des heutigen empirischen Einzelwissenschaftlers universaler Geist, der in seinen Principles of Psychology noch vereinen konnte, was später in Behaviorismus, Wahrnehmungstheorie, Phänomenologie des Selbst und symbolischen Interaktionismus auseinanderfiel. Wenn Freud der Psychologe des Unbewußten ist, so James der des Bewußtseins, von dem er als einer Aktivität des Ichs als eines Prozesses (nicht einer Substanz), als eines stream of consciousness sprach, eines Erlebensflusses, den kein anderer wie er bis hin zu den fringes, den Rändern, in der Introspektion untersucht hat. Diese analytische Beobachtung des eigenen Bewußtseins (die gleichwohl sich nicht mit sich selbst begnügte, sondern alle erreichbaren Befunde der damaligen psychologischen Wissenschaft aufnahm und verarbeitete) mag individualhistorisch in einer psychotischen Krise geschärft worden sein, durch die James als junger Mann hindurchgegangen war. Wie Eisendraht anmerkt (S. 255), hat James mit Begeisterung sowohl Janets État mental des hystériques und L'amnésie continue wie auch Breuers und Freuds Abhandlung Über den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene aufgenommen und (im ersten Jahrgang der Psychological Review, ) rezensiert. Allerdings hat er dann später — so auch als Hörer der fünf Vorlesungen Freuds an der Clark University — mit der entwickelten Freudschen Theorie — Traumanalyse, Begriff des Unbewußten — für sich und für seine Psychologie nichts anfangen können.
Es wäre also interessant,