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Lewins Unternehmung einer „Feldtheorie in den Sozialwissenschaften“ ist anläßlich eines Bandes ausgewählter theoretischer Schriften bereits besprochen worden (Psyche 27, , 11). Mit den Worten der Herausgeber des vorliegenden Buches läßt sie sich in Form einer Würdigung so zusammenfassen, daß Lewin „in selten glücklicher Weise hohe theoretische Qualitäten mit hervorragender Experimentierkunst und allseitig offener Denkhaltung (vereinigte)“ (S. 17).
Dennoch verdient der Entwurf einer „topologischen Psychologie“ eine eigene Erwähnung, um so mehr als Lewin hier explizit und systematisch zu der Frage Stellung bezieht, inwiefern eine theoretisch formulierte Psychologie notwendig sei und wie sie auszusehen habe, und diese Frage vierzig Jahre später wieder heftig aktuell ist. Auf der Suche nach der angemessenen Begrifflichkeit — in Verbindung mit dem Bestreben, eine von der Bewußtseinspsychologie bis dato vernachlässigte Handlungs-, Bedürfnis- und Persönlichkeitspsychologie ins Licht der Forschung zu heben — wendet sich Lewin an die Mathematik, eben an die Topologie, die der Mengenlehre nahe verwandt ist, nur daß sie ihre kategorialen und logischen Operationen nicht an (gezählten) Elementen ansetzt, sondern noch basaler an Räumen. Psychisches Geschehen läßt sich Lewin zufolge in räumlichen Verhältnissen darstellen: Bereichen (Regionen), Rändern (Grenzen), Lagebeziehungen, Wegen. Für diese topologische Begrifflichkeit stellt sich ein „Zuordnungsproblem“: sie soll „empirische Gegebenheiten adäquat (darstellen)“ (S. 77). Die Zuordnung erfolgt bei Lewin über „dynamische Grundbegriffe“ wie Ursache einer Veränderung, Tendenz, Widerstand, Festigkeit, Gleichgewicht, Kraft, Spannung: „Die Abhängigkeit der räumlichen Bestimmung des Lebensraumes von der psychologischen Dynamik betont in eindringlicher Weise die Bedeutung der eigentlich dynamischen Begriffe“ (S. 81). Lewin betont, daß diese dynamischen Begriffe echt psychologische Begriffe seien, keine physikalischen (und wendet sich da