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Anhand von zwei Fallskizzen und unter Rückgriff auf ein Stammesritual der Yatmul (Papua-Neuguinea) entwickelt Morgenthaler eine für die psychoanalytische Technik relevante metapsychologische Interpretation der Perversion. Sie gilt ihm wesentlich als kompensatorische Ich-Leistung. Die perverse Triebbefriedigung unterliegt einem Funktionswandel, indem sie — wie eine „Plombe“ — eine in früher Kindheit erworbene Lücke der Selbstwert-Regulation füllt. Eine mangelhafte Trennung von Selbst und Objekt führt zu einem unlösbaren Widerspruch von Phantasie und Realität, den die perverse Befriedigung periodisch überbrückt. Ziel der Therapie ist nicht das Verschwinden der Perversion, sondern die Ablösung der Sexualisierung der Übertragung durch den Aufbau einer narzißtischen Übertragung. Über diese Umstrukturierung der Übertragungsdynamik kann der Patient instandgesetzt werden, im Gewande der perversen Struktur eine wirkliche Liebesbeziehung aufzubauen.