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Peter Orbans Versuch, „die Grundlinien aufzuzeigen, wie in dieser Gesellschaft der Mensch zum Menschen sich entwickeln kann“ (S. 1), orientiert sich an den theoretischen Ansätzen von Alfred Lorenzer und Klaus Horn. Orban legt im ersten Teil die theoretischen Grundlagen dar, von denen er ausgeht, beschreibt im zweiten Teil mit dem Titel „Die Formen der Pathologie“ Sozialisation unter den Bedingungen unseres Gesellschaftssystems als die Geschichte systematischer Verstümmelungen menschlichen Daseins und geht schließlich im dritten Teil auf Möglichkeiten der Rekonstruktion und Emanzipation ein, die er vor allem in der Auflösung neurotischer und psychotischer Sprachzerstörung, sowie in der Entfaltung kommunikativer Gruppendynamik sieht.
Das Ergebnis ist ein klar geschriebenes, instruktives Buch, das vor allem für Leser bestimmt ist, die nicht Psychoanalytiker sind, aber angeregt werden sollen, darüber nachzudenken, wieweit die Psychoanalyse für sie und ihre Klientel Möglichkeiten der Orientierungshilfe bieten kann (S. 144). Ich meine, daß es Peter Orban recht gut gelungen ist, diese Absicht zu verwirklichen.
Wo mir Verbesserungen wünschenswert erscheinen, handelt es sich vor allem um Fragestellungen aus dem Grenzgebiet von Psychoanalyse und Soziologie bzw. dialektisch-ökonomischer Geschichtsauffassung, so z. B. auf S. 6, wo gesellschaftliche Verhältnisse, in der Tat „grob gesprochen“, „als ein Zusammenhang von Individuen und Gegenständen“ verstanden werden. Hier geht der historisch-inhaltliche Aspekt verloren, ohne den gesellschaftliche Phänomene nicht begriffen werden können. Ähnliches gilt auch für die Erörterungen über Klasse und Schicht (S. 37 ff.). Ohne Zweifel hat Orban recht, wenn er meint, daß mit dem traditionellen Klassenbegriff die innere Differenzierung der Gesellschaftsgruppe der Lohnabhängigen nicht mehr zureichend erfaßt werden kann. Die heute übliche Unterteilung in Unterschicht und Mittelschicht hilft aber auch nicht weiter. Notwendig wäre eine Klassen- un