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Argyle gibt einen umfassenden Überblick über den Forschungsbereich „Soziale Interaktion“, wobei er nicht nur Befunde aus den unmittelbar mit diesem Bereich befaßten Disziplinen darstellt, sondern auch solche aus der Ethologie, der Linguistik und der Psychotherapie. Besonders ausführlich werden Ergebnisse zu folgenden Problemkomplexen referiert: das soziale Verhalten bestimmende Motivationen und deren Genese, verbale und averbale Kommunikation, soziale Wahrnehmung, Interaktion in Zweierbeziehungen, in kleinen Gruppen und sozialen Organisationen, Interaktion in Abhängigkeit von Selbstbild, Partner-wahrnehmung, sozialer Kompetenz und von psychischen Störungen. Abschließend erläutert Argyle die Möglichkeit des Trainings interaktiver Fähigkeiten und der Therapie von Störungen im sozialen Verhalten.
Das Buch hat weitgehend den Charakter einer Zusammenstellung von Sammel-referaten. Einen Teil der dargestellten Forschungsergebnisse versucht Argyle in ein Modell der sozialen Interaktion zu integrieren, das auf dem Grundgedanken beruht, daß Interaktionsprozesse mehr oder weniger gut gelingen können und daß deren Gelingen wesentlich davon abhängt, in welchem Ausmaß die Interaktionspartner bestimmte soziale Fertigkeiten beherrschen und einsetzen („social skill-Modell“, siehe insb. S. 177 ff., S. 308 ff. und S. 383 ff.). Dem Modell zufolge geht der Interagierende mit bestimmten Zielen in eine soziale Begegnung hinein. Bei der Erfüllung seiner beruflichen Aufgaben kann es beispielsweise das Ziel sein, dem Interaktionspartner Kenntnisse oder Informationen zu vermitteln (Lehren) oder dessen Persönlichkeit zu ändern (Psychotherapie, Kindererziehung). In nichtberuflichen Situationen stehen grundlegende soziale Motivationen im Vordergrund: Hier geht es etwa darum, daß man den Interaktionspartner dazu bringen will, daß er affiliativ, submissiv oder dominant reagiert — je nach der eigenen motivationalen Struktur. Handlungsziele und Informationen über Interaktionspartner und die Interakti