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Gegenwärtig, da das Bundesgesundheitsministerium eine Enquête zur Lage der Psychiatrie in Auftrag gegeben hat und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der psychiatrisch Kranken in Aussicht stehen, sollte der Forschungs-bericht von Fairweather und Mitarbeitern ganz besonders beachtet werden. Er zeigt deutlich, daß eine echte Reform in diesem Bereich über die Anstaltsmauern hinausgehen muß. Das Forschungsteam von Fairweather hat eine Gruppe von chronischen, d. h., 2 Jahre und länger hospitalisierten, psychotischen Patienten in eine Gemeinschaftswohnung umsiedeln lassen; von dort aus betrieb die Gruppe ein gemeinsames Geschäft, einen Reinigungsdienst. Der Grundgedanke der Neuerung war, für Ex-Patienten ein Subsystem in der Gemeinde zu schaffen, wo sie sozialen Halt und sinnvolle Arbeitsaufgaben finden konnten. Anlaß des Versuches war die Feststellung, daß vielen entlassenen Patienten die Wiedereingliederung in die Gesellschaft als vollgültige Bürger mißlingt und sie daher immer wieder hospitalisiert werden. Dies ist selbst in den USA der Fall, wo der Gemeindeansatz der Versorgung psychiatrisch Kranker in Community Mental Health Centers und Nachsorgeprogrammen bereits vielerorts institutionalisiert ist. Insofern reflektiert der Ansatz des Fairweather-Teams ein Problembewußtsein, das den bundesdeutschen Zuständen um zwei Schritte voraus ist.
Zu Beginn des Unternehmens stand der Expatienten-Gruppe ein Arzt als Supervisor zur Verfügung; nach einiger Zeit wurde er von einem fortgeschrittenen Studenten und dann von einem Laien-Berater abgelöst; die Abnahme der Experten-Beratung ging mit der Zunahme der Gruppenautonomie einher. Natürlich tauchten, besonders in der Anfangsphase, viele Probleme auf, z. B. Einnahme der vorgeschriebenen Medikamente und Verhalten bei der Arbeit. Als Gruppe konnten die Patienten diese Probleme lösen. — Das Unternehmen war als Experiment angelegt. Die Mitglieder der Wohngemeinschaft (im Laufe der Zeit über 70) bildeten die Experimentalgruppe; nac