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Das Buch bringt außer im letzten Kapitel (über den Humor) wohl kaum neue psychoanalytische Einsichten. Das will der Autor auch gar nicht. Er schreibt im Vorwort, daß er sowohl für die breite Öffentlichkeit als auch für den Fachmann das Buch als Informationsquelle konzipiert habe. Dies entspricht der Ansicht und Absicht des Autors, die er bereits in seinem wissenschaftlichen Buch „Psychotherapie und soziale Sicherheit“ herausstellte, die Psychoanalyse
in der Sozialpsychiatrie für die breite Öffentlichkeit nutzbar zu machen. So entstammt auch das Grundgerüst dieses Buches Rundfunkvorträgen des Autors, die er auf Wunsch zahlreicher Hörer und mit intensiver Hilfe des Verlages zusammenstellte.
Trotz des Mangels an psychoanalytischer Erkenntnisvermittlung ist dieses Buch für jeden Analytiker heute von hoher Bedeutsamkeit, da die Zeit vorbei ist, in der der Analytiker nur innerhalb seiner vier Wände Analysanden behandelte. Das „Dossier“ „Auf der Couch (und dahinter)“ im Kursbuch 29 zeugt u. a. von dem kritischen Bedürfnis nach einer anders angewandten Psychoanalyse. So gesehen ist das Buch ein wesentlicher Beitrag auf dem Wege der Analyse aus dem Elfenbeinturm in die Arena.
Der Autor beruft sich nicht nur auf Untersuchungen anderer Autoren, sondern macht seine eigene Arbeit zur Basis von zwei Kapiteln. Das Kapitel III/4 über „Die psychohygienische Situation einer Landgemeinde“ beruht auf einer Feldstudie des Autors und seiner Mitarbeiter. Die etwa 3500 Bewohner zählende österreichische Landgemeinde Kleinburg wurde sozialpsychiatrisch untersucht, wobei u. a. deutlich wurde, daß das verbreitete Wort vom „gesunden Landleben“ eine Mär ist. 500 Fälle aus der Praxis eines Landarztes wurden 100 psychiatrischen Fällen gegenübergestellt; dabei stellte sich heraus, daß rund 20% dieser 500 als repräsentativ anzusehenden Fälle an psychosozialen oder psychosomatischen Störungen litten. Diesem Bedarf stehen, wie nun allgemein bekannt, nur verschwindend geringe therapeutische Möglichkei