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Dieses beachtenswerte Buch ist 1959 in New York unter dem Titel „The Magic Years erschienen. Wie ihre wissenschaftlichen Beiträge, so weiß Selma Fraiberg auch ihr Buch für Eltern einfach, klar und mit bestechender Anschau-lichkeit zu schreiben. Sie schildert in vielen Beispielen die Entwicklung des Kleinkindes und erklärt ihre psychoanalytischen theoretischen Auffassungen meist sehr einfach, basierend auf der modernen Ich-Psychologie.
„Alles über Hexen, Ungeheuer, Tiger und geistige Gesundheit“, heißt das erste Kapitel. Es gibt Einsicht in die Entstehung der Ängste. Die magischen Jahre sind unsteten Entwicklungsschüben unterworfen; Fraiberg zeigt, wie die Erlebnisfähigkeit vom Alter, d. h. vom jeweiligen Stand der Entwicklung abhängt: Ein praktisches Buch für Eltern müsse beispielsweise die Tierphobien auf der Ebene des Zweijährigen wie des Fünfjährigen besprechen. „Ähnlich im Fall der Disziplin: Wir gehen anders vor, wenn wir vom Zweijährigen als wenn wir vom Fünfjährigen Selbstbeherrschung fordern.“ (S. 9) Fraiberg geht auch auf die Quellen der Angst ein. Es gebe für das Kind keine Möglichkeit, Angst zu vermeiden, ebensowenig könnten die Erzieher es ihm ersparen. „Das Ich verteidigt sich gegen die Gefahr“, heißt ein Untertitel, und tatsächlich gibt Fraiberg eine Darstellung der Abwehrmechanismen und ihrer Entstehung. Ohne sie zu nennen, wird die Chronologie und Umgestaltung der Abwehrmechanismen in Beispielen fast lehrbuchartig und dennoch leicht verständlich dargestellt.
Im zweiten Teil werden die ersten achtzehn Monate besprochen. Die Objektbeziehung steht im Mittelpunkt, das erste Lächeln wird erklärt, das Fremdeln. Aufbauend auf Anna Freud, Spitz, Hartmann, Kris, Loewenstein, Geleerd u. a. werden die Entwicklungslinien plastisch geschildert. Die drei weiteren Teile des Buches sind den chronologischen Stufen entsprechend geordnet. Wie im amerikanischen Titel angedeutet, steht die Eroberung der Realität im Mittelpunkt des Buches. Die Autorin zeigt, wie das Kind mi