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Das Buch beschäftigt sich an Hand von 105 streng ausgewählten Krankengeschichten und soweit vorhanden, entsprechenden Katamnesen mit dem depressiven Syndrom bei Kindern und Jugendlichen. Es wird versucht, eine spezielle depressive Symptomatik des Kindes- und Jugendalters zu erkennen, wobei sich der Verfasser der Problematik beim Zusammenfassen der individuellen Symptome kritisch bewußt ist.
Er findet altersspezifische Symptomverteilungen, so vorwiegend somatische Störungen bei jüngeren Kindern mit depressiven Störungen, während sich ältere Kinder und Jugendliche mit zunehmendem Alter in ihrer Symptomatik den Erwachsenen angleichen. Nach neueren statistischen Methoden (Vier-Felder-Berechnung) werden Symptompaare und daraus wieder Symptomnetz-werke aufgestellt, die eine geschlechtsspezifische Symptomstruktur aufweisen: Mädchen verhalten sich hier passiv gehemmt, während Knaben neben Selbst-isolierungstendenzen und Kontaktschwäche mehr aktive Symptome wie Agressivität zeigen. Auch das Intelligenzniveau beeinflußt nach den vorliegenden Untersuchungen die Symptomauswahl: Minderbegabte Kinder verhielten sich in ihrem depressiven Zustand vorwiegend passiv, durchschnittlich bis über-durchschnittlich begabte agitiert — gehemmt.
Bei der Frage nach der Genese der depressiven Störungen im Kindesalter stößt Nissen auf eine erhebliche Vorbelastung von Seiten der Eltern. Die erkrankten Mädchen haben vorwiegend psychisch auffällige bis kranke Mütter, während bei den Knaben die Belastung eher von seiten der Väter kommt. Nur 26% der Kinder werden von psychisch unauffälligen Eltern geboren. Eine kurze Kasuistik aller ausgewerteten Krankengeschichten zeigt, daß Milieu und Geschichte der überwiegenden Mehrzahl der Kinder recht ungünstig sind. Der Verfasser weist gleich zu Anfang seines Buches auf die Auswahlkriterien der zugrunde liegenden Fälle hin. Er wertete nur mittel- bis schwergradige depressive Verstimmungszustände aus, die auch zeitlich definiert wurden: Bei Säuglingen und Kleinki