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In den Anfängen der Psychologie, vor und nach der Jahrhundertwende, sind die Gefühle (Emotionen, Affekte) ein durchaus beachteter Gegenstand wissenschaftlicher Beschäftigung gewesen. Dann jedoch hatten sie einen immer
schwereren Stand — vor allem aus Gründen der Schwierigkeit, die sie dem experimentellen Zugang bieten — und gerieten an den Rand der Forschung oder auch in die Tiefe der Person und ihres endothymen Grundes, das heißt, sie teilten das Schicksal der psychologisch-phänomenologischen Anthropologie. Bottenbergs Buch ist allem Anschein nach das erste (deutschsprachige) seit fast einem halben Jahrhundert, das sich die Emotionen zum direkten Gegenstand macht.
Die Problemstellung stammt unverkennbar aus dem Traditionszusammenhang einer auf das Ganze der „Person“ zentrierten phänomenologischen Daseinspsychologie und hat hier zu dem begrüßenswerten Resultat geführt, daß auf großer Breite und mit systematischer Gründlichkeit eine Sammlung und Sichtung der Literatur, auch der empirischen, stattgefunden hat. Man bekommt eine Übersicht geliefert, wie man sie in manchen Hinsichten und für bestimmte Bereiche auch nicht bei Magda Arnold und noch weniger bei Izard findet. Lust und Unlust, psychophysische Aktivierung, physiologische Reaktionsmuster, Störung und Förderung des Verhaltens, Sprache und Kognition, Tiefe der Emotion, empirische Dimensionssysteme — das sind die gelungenen Gliederungspunkte, unter denen die heterogene Literatur zusammengetragen wird. Hervorzuheben ist, daß der Autor dabei recht weit in der Psychologiegeschichte zurückgeht; und daß er „Sprache und Kognition“ in den Funktionszusammenhang der Emotionen problem- und darstellungsmäßig einbezieht. Sicher ist die Übersicht nicht überall auf gleicher Höhe „sachlich“ und „triftig“ (um vom Autor bevorzugte Wörter eigener Bedeutung zu gebrauchen), aber der Gegenstandsrahmen ist dafür weit gesteckt, Gesichtspunkte gibt es viele, und die Darstellung ist in der Wiedergabe und Charakterisierung eigentlich im