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Die jahrhundertealte philologische Mehrheitsansicht hat bisher den wirklichen Gehalt der Horazischen Ode gegen Ligurinus verdeckt. In ihr fand eine typische Krise, die beim Eintritt ins Mannesalter (beim Verlust der Jugend-Knabenmädchenpracht) auftritt, sowie ihr Gegenstück: das mögliche Wiederaufleben der Krise beim Fünfzigjährigen, ihre durch Fehlrezeption unkenntlich gemachte Gestaltung. Mecke ergänzt seine werkimmanente Interpretation durch kulturhistorische Beweismaterialien und illustriert den „Ligurinus-Konflikt“ durch vielfältige literarische (und klinische) Beispiele.