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Auch zur dritten Generation der Psychoanalytiker (wenn man Freud als Stammvater ansehen will) gehören nun schon große alte Männer, über die Biographien geschrieben werden. Robert Coles, ein amerikanischer Psychiater, der sich besonders in der Bürgerrechtsbewegung engagiert hat, hat sich an die Aufgabe gewagt, die Biographie eines Lebenden zu schreiben. Wie schon die Sterbas gefunden haben (Beethoven und sein Neffe. München, Sczesny, ), sind Biographien ein heikles Unterfangen, weil der Biograph dazu neigt, seinen Gegenstand zu idealisieren oder für eigene Bedürfnisse nutzbar zu machen. Dieser Gefahr ist das Buch nicht ganz entgangen.
Erik H. Erikson wurde 1902 in Frankfurt als Sohn eines Dänen und einer dänischen Jüdin geboren. Seine Eltern trennten sich vor seiner Geburt; seine Mutter heiratete den deutsch-jüdischen Kinderarzt Homburger in Karlsruhe, bei dem der dreijährige Erik in Behandlung war. Er wuchs dann in einer „be-koweten“ (ehrenwerten, bürgerlich wohl angesehenen) Familie in der damaligen badischen Residenz Karlsruhe auf mit allen Vorzügen einer Erziehung, die das gebildete Bürgertum seinen Söhnen bot, und er fühlte sich doch so außenstehend, daß der Begriff „Identität“, der sein Lebenswerk bestimmt, für ihn zum Problem wurde. Erikson schreibt selbst hierüber: „Mein Stiefvater war der einzige, übrigens hochgeehrte Akademiker in einer kleinbürgerlichen, streng jüdischen Familie; ich dagegen war, meiner gemischt skandinavischen Abstammung entsprechend, blond und blauäugig und wurde immer länger. Daher hieß ich in der Synagoge der „Goi“, während ich für meine Schulkameraden ein „Jude“ war. Obgleich ich mir größte Mühe gab, ein strammer deutscher Patriot zu sein, hieß ich prompt der „Däne“, als Dänemark im 1. Weltkrieg neutral blieb. Solche Namen, auch wenn sie einem nur gelegentlich angeftet werden, können ein Gefühl der Entfremdung verstärken und wirklich eine Zeitlang mehr das „eigentliche“ Selbst repräsentieren als die einfachen, feststehenden sozialen Ta