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Im Rahmen der erfolgreichen Publikationen englischer und amerikanischer Psychiater und Psychologen ist bei Kiepenheuer & Witsch ein neuer Essay-Band von Ronald D. Laing erschienen. Wie bei den bisherigen Arbeiten dieser Richtung unterscheidet sich auch hier die Sprache, in der Laing schreibt, sehr von dem, was man (zumindest auf wissenschaftlichem Gebiet) gewohnt ist; so wird wohl auch die Reaktion auf diese Essays je nach dem eigenen praktischen und theoretischen Standort des Lesers Faszination oder Ablehnungsein.
Es wird jedoch klar, daß es Laing mit seiner Sprache nicht um ästhetische Verklausulierung geht, sondern daß sie Mittel zu einem praktischen Zweck ist: widersprüchliche Sachverhalte auszudrücken, die sich bis in eine widersprüchliche Funktion von Sprache hin auswirken. Es geht um Prozesse auf der Ebene menschlicher Interaktion, Operationen von Menschen untereinander, die sich auf der Ebene der Sprache wie der Beziehungen sichtbar machen lassen, eingebettet in eine raum-zeitliche Beziehungsmatrix von Rückbezügen. Gegenstand sind nicht die Beziehungen von einem Menschen zu einem anderen oder zu einer Gruppe als Beziehungen von interagierenden Subjekten. Ich und Du, Wir und Ihr erscheinen nicht als Größen, die eine Beziehung eingehen können oder nicht, sondern als jeweils bereits aufeinander Bezogene, Teilhabende an einem internalisierten, differenzierten System gemeinsamer Interaktionen und Operationen. „Gegenstand“ sind gewissermaßen Szenen von Identität und Einheit, das bedeutet Teilhabe an einer internalisierten, allen gemeinsamen Vorstellung im Fall des einzelnen (von der Familie) —- wie im Fall der vielen (z. B. der Christen von Christus).
Internalisierung ist Hereinnahme „äußerer“ Strukturen ins „Innere“. Laing meint, daß die entscheidenden Operationen und Interaktionen auf dieser Ebene der internalisierten Beziehungsmatrix stattfinden. Es ergibt sich hieraus, daß sie nur als Überlagerungen bestimmter internalisierter Strukturen (A) über andere internal