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Es ging sachlich, höflich und maßvoll — eben englisch — zu auf dem Londoner Treffen. Bei den aktuellen Themen hielt man sich vor allem an historische Rückblicke und Vergleiche; die Diskussion neuerer Aspekte bei der weiblichen Sexualität kam etwas zu kurz. Man hatte sich dieses Thema für den ersten Arbeitstag gewählt, einmal, um sich auf den Internationalen Kongreß im Juli 1975 in London vorzubereiten, zum anderen, um sich für die Auseinandersetzung mit den Feministen zu rüsten. Am Ende des ersten Tages fühlten sich die Männer offenbar schon im Nachteil, denn es wurde gewünscht, man möge jetzt doch über männliche Sexualität sprechen. Besonders für den kleinen Jungen im präödipalen Stadium sei bei weitem weniger bekannt als über das gleichaltrige Mädchen. Der zweite Tag mit dem Hauptthema „Gegenübertragung“ trug beiden Geschlechtern Rechnung. Doch wurde auch hier die Szene beherrscht von den „großen Müttern“ Hanna Segal und Paula Heimann (London). Joseph Sandler (London) konnte jedoch erfolgreich die männliche Seite vertreten.
In seinem großen Einführungsvortrag über die weibliche Sexualität setzte sich Gillespie (London) vor allem mit Freuds Ansichten und ihre Gültigkeit angesichts der biologisch-physiologischen Erkenntnisse des letzen Jahrzehnts auseinander1. Das Thema „Rätsel des Weibes“ (Freud), das seit den heftigen Diskussionen unter den Analytikern (Freud, Horney, Deutsch, Lampl-de Groot, Jones, Klein und Fenichiel) in den 20er Jahren fast totgeschwiegen wurde, scheint plötzlich durch die provozierenden Thesen der Frauen-Emanzipationsbewegung (Women's Lib) im Brennpunkt des Interesses zu stehen. Gillespie hatte die frühesten Veröffentlichungen Freuds nach ersten Keimen seiner Meinung durchforscht, die er in der Korrespondenz mit Fliess und in den Arbeiten über Angstneurose fand. Abgesehen von somatischen „Gegebenheiten“, die sich inzwischen als Fehlinterpretation erwiesen haben, beeindruckten Freud