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R. Schafer ist in Deutschland durch seine psychoanalytischen Beiträge zur Testpsychologie bekanntgeworden. Als Rapaport-Schüler (das vorliegende Buch ist dem Andenken Rapaports gewidmet) legt der Autor mit „Aspects of Internalization“ eine ausschließlich psychoanalytische Studie vor, die unverkennbar seine persönliche Handschrift trägt und sich durch die Intention auszeichnet, Psychoanalyse als reine psychologische Wissenschaft zu dokumentieren. Die kritische Auseinandersetzung mit Teilen der psychoanalytischen Theorie — insbesondere mit dem Konzept der psychischen Energie — zielt darauf ab, diese auf psychologischer Basis neu zu formulieren. Aus dieser Sicht ergeben sich neue Perspektiven für das psychoanalytische Denken.
Der systematische Aufbau des Buches ist — für Psychoanalytiker ungewöhnlich — nahezu perfekt. Begriffe werden Schritt für Schritt definiert. Die Definitionen werden diskutiert und mit koordinierenden Hinweisen versehen, außerdem wird jeweils auf ausführlichere Darstellungen in anderen Kapiteln verwiesen. Auf diese Weise verbindet sich mit alltäglich verwendeten Begriffen ein Reichtum an Fragestellungen und Differenzierungen.
Zunächst geht der Autor ausführlich auf Introjektion und Identifizierung als zwei verschiedene Formen der Internalisierung ein und widmet anschließend ein ganzes Kapitel der Diskussion weiterer Begriffe, die zur Entwicklung des Verständnisses notwendig sind. Danach beginnt der interessante Versuch, metapsychologische Positionen neu zu formulieren. Davon einige Kostproben: „… der ‚Ursprung‘ der psychischen Energie ist ein Bedingungsgefüge in dem vorhandene Motive größeren Einfluß gewinnen oder neue Motive Einfluß auszuüben beginnen“ (S. 45). „Man sollte beachten, daß Freud und andere, die ihm darin folgten, annahmen, es bestehe eine qualitative energetische Differenz zwischen der Objektlibido und der narzißtischen Libido, während es doch entsprechend der hier entwickelten Position konsequenter wäre, einfach von Veränderungen des