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I. Auf die Einleitung folgt ein historischer Abriß der Krankheitserforschung: die zugehörige Bibliographie beginnt mit einem Werk aus dem Jahr 1500 und umfaßt viereinhalb Seiten. Darauf folgen drei Fallgeschichten, an die generalisierende Überlegungen über das Erscheinungsbild der Krankheit und ihre Therapiemethoden anschließen. Im dritten Teil untersuchen die Autoren die Organisation der Persönlichkeit von anorektischen Jugendlichen und tragen ihre Thesen über die Weiterentwicklung der Forschung und Therapie vor. Im Anhang folgen als „Ikonographie“ 22 kurze Fallgeschichten und ein Exkurs über die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit den präobjektalen und objektalen Beziehungen. Mit der Wiedergabe von Beobachtungen beim Besuch einer Mutter mit zwei Kleinkindern (die die Konstellation für eine mentale Anorexie deutlich werden lassen), im Rahmen einer Untersuchung im 13. Bezirk von Paris, schließt das Buch.
Bei der mentalen Anorexie handelt es sich um eine häufig auftretende psychische Krankheit. Die Kranken kommen meist nicht als erstes zum Analytiker, sondern gehen zum praktischen Arzt oder zum Internisten. Ihre Symptome sind körperlicher Art und nichts deutet vordergründig bei diesen „normalen“, unauffälligen und zurückhaltenden Patienten mit banalem Lebenslauf und banaler Familiensituation auf eine psychische Erkrankung hin. Das Erscheinungsbild der mentalen Anorexie: die Kranken essen kaum, wollen die Nahrung so schnell wie möglich wieder aus ihrem Körper forthaben, magern rapide ab, gehen buchstäblich ein. Sie selber merken von der gefährlichen Situation nichts, behaupten im Gegenteil, es gehe ihnen gut, und halten sich für autonome Subjekte, die ihr Leben souverän meistern. Die Autoren beschäftigen sich nur am Rande mit der frühkindlichen Anorexie, in erster Linie geht es ihnen um die der Jugendlichen und Erwachsenen. Sie stellen fest, daß sie ihre Ursachen in frühkindlichen Fehlentwicklungen auf Grund einer fatalen Familiensituation hat. Es beginnt mit der