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II. Die Anorexia nervosa erweckt insofern Interesse, als ihre Beobachtung in eine Richtung weisen könnte, die dem Analytiker ermöglicht, die Verbindungen zwischen Körper und Psyche, zwischen Narzißmus und Trieb, zwischen Narzißmus und Tod zu untersuchen.
Die Autoren sind Mitglieder der Société Psychanalytique de Paris. E. und J. Kestemberg haben in der Revue française de psychanalyse ihre „Contribution à la perspective génétique en psychanalyse“ veröffentlicht, die beim XXVI. Congrès des psychanalystes de langues normandes 1965 diskutiert wurde.
„La faim et le corps“ ist eine Fortsetzung dieser Arbeit, in der Hypothesen über die Körper-Ichentwicklung (Autoerotismus, „Lust am Funktionieren“) und über den Primärmasochismus formuliert werden. Im klinischen Umgang mit Anorexia-nervosa-Kranken finden die Autoren eine Unterstützung sowohl für ihre metapsychologischen Überlegungen über das Körper-Ich als auch für die Formulierung einer neuen Hypothese über den Todestrieb.
Die Rezeption der Arbeit wird dem deutschen Leser, der mit dem spezifischen Stil der Pariser Psychoanalytischen Gesellschaft nicht vertraut ist, möglicherweise nicht leicht fallen. Mir scheint, daß die Autoren sich vorwiegend an die Theorien von Lebovici und Diatkine, von Chasseguet-Smirgel und, außerdem, von Winnicott anlehnen. Lebovici und Diatkine haben auf Grund ihrer Beschäftigung mit Kinderanalysen — unter anderem Behandlungen von autisti-schen Kindern — ein Konzept entwickelt, das die Integration der Thesen Melanie Kleins über die unbewußten Phantasien ohne Preisgabe des genetischen Gesichtspunktes ermöglicht. Chasseguet-Smirgels Narzißmus-Konzept (L'Idéal du Moi, Revue françLaise de psychanalyse 5. 6. 1973) ist dem Grunbergers (Le Narcissisme, 1971) eng verwandt.
Da es im Rahmen der Narzißmus-Diskussion keine Übereinstimmung gibt, möchte ich den Begriff des Selbst, wie ihn die Autoren verstehen, kurz skizzieren.
In der „Contribution“ (S. 664) wird der Begriff des Selbst insoweit ausgeführt, als er „das