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Schachter, wie Festinger aus dem akademischen Stamme Lewin, ist ein Mann sinnreicher experimenteller Einfälle; vor allem die in den sechziger Jahren durchgeführten und veröffentlichten, im vorliegenden Buch mit weiteren Ergänzungen in eine Synopse eingebrachten Untersuchungen zur Erklärung der Emotionen haben bewirkt, daß er in der amerikanischen (Sozial-)Psychologie häufig zitiert wird. Der sozialpsychologische, mit Festinger geteilte Ausgangspunkt ist der, daß die Menschen „evaluative Bedürfnisse“ sich selbst und ihrer Umwelt gegenüber haben, die sie auf dem Wege des sozialen Vergleichs zu befriedigen suchen. Auf Gefühlszustände bezogen, läßt dieser Ansatz folgern, daß die eigenen Gefühle (nicht nur, aber auch) nach denen der anderen beurteilt werden. Schachter hat sich damit — mit den „Gefühlen“ — auf ein äußerst diffiziles Gebiet begeben, das sich der experimentellen Psychologie vergleichsweise wenig erschlossen hat und — in den USA — von dem Für und Wider um die Gefühlstheorie von William James (und dem Dänen C. G. Lange) bestimmt wurde, die seit Ende des 19. Jahrhunderts lehrbuchnotorisch ist: Wir weinen nicht, weil wir traurig sind, sondern wir sind traurig, weil wir weinen, d. h. weil wir körperliche Veränderungen in unseren Eingeweiden und Drüsen bemerken. Entsprechend wurde von der amerikanischen Psychologie bis in die jüngste Zeit „Emotion“ mit „physiological arousal“ gleichgesetzt. Allerdings hatte bereits in den zwanziger Jahren W. B. Cannon James' peripher-viszerale Theorie kritisiert und ihr gegenüber den „zentralen“ Nachweis der thalamischen bzw. hypothalamischen Lokalisation der emotionalen Prozesse geführt. Schachter unternimmt als Sozialpsychologe ein Drittes: eine rein physiologische Theorie, ob peripher oder zentral, sei für die Erklärung der Gefühlszustände nicht ausreichend; sie müsse um eine kognitive Erklärung zur Formel einer „kognitiv-physiologischen Wechselwirkung“ erweitert werden.
Bei dem einschlägigen Experiment wurde den Versuchsperson