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Es markiert einen Fortschritt der Epilepsieforschung, daß der Titel von Epilepsien spricht, was besagt, es handele sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Vielfalt von Erkrankungen. Die von Janz getroffenen Unterscheidungen sind nicht nur von praktischem Interesse im Hinblick auf Prognose und Therapie, sie versuchen, verständlich zu machen und so das Geschiedene auch zu vereinen. Das Werk ist in drei Abschnitte gegliedert, die sich mit den altersgebundenen, den nicht-altersgebundenen kleinen und den großen Anfällen beschäftigen. Die altersgebundenen lassen sich in ihrer jeweiligen Erscheinungsform (wobei Propulsiv- und Retropulsiv-Petit mal wohl als charakteristischste Leitbilder dienten) dem jeweiligen Reifungszustand des Bewegungsapparates zuordnen und als momentane Regressionen deuten. — Unter den nicht-altersgebundenen kleinen Anfällen bieten die psychomotorischen für psychodynamische Untersuchungen zweifellos das interessanteste Material, obwohl sie häufiger als die altersgebundenen zu den symptomatischen Formen gehören. Bedenkt man, daß die Einteilung in symptomatische und genuine Formen ohnehin fragwürdig geworden ist, überrascht es vielleicht weniger, selbst bei den exogen bedingten neokortikalen kleinen Anfällen, der letzten Gruppe nicht-altersbedingter kleiner Anfälle, ebenfalls psychodynamische Faktoren wirksam zu sehen. — Zu wenig bekannt ist hinsichtlich der großen Anfälle die von Janz erarbeitete Unterscheidung zwischen Schlaf- und Aufwach-Epileptikern, die sich in ihrer Charakterstruktur in vieler Hinsicht diametral gegenüberstehen. Der Schlafepileptiker entspricht am ehesten dem Bilde, das man üblicherweise vom epileptischen Charakter hat: Er gilt als pedantisch, rechthaberisch, eigensinnig, umständlich, auf Details bedacht, eingeengt, hypochondrisch, verfestigt und haftend, er wird letztlich als rigoros verdrängend bezeichnet. Positiv erscheint er solide, pflichtbewußt und arbeitsam. Demgegenüber neigen Aufwachepileptiker eher zu Haltlosigkeit