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Als S. Freud in der deutenden Bearbeitung von Übertragung und Widerstand ein neues therapeutisches Prinzip entdeckte, schien es zunächst so, als könne dieses Prinzip nur in der großen Analyse zur vollen Wirsamkeit gelangen. Freud selbst und die erste Analytikergeneration waren so sehr damit beschäftigt, die Tragweite dieses neuen therapeutischen Prinzips zu erforschen und eine ihm adäquate Technik und Theorie zu entwickeln, daß lange Zeit jede Veränderung des zunächst neu erarbeiteten, dann bald zur Tradition gewordenen „settings“ ein Verrat an den Prinzipien der Psychoanalyse zu sein schien.
Zwar hat Freud selbst bereits 1913 in seiner Arbeit „Zur Einleitung der Behandlung“ gesagt, „die Abkürzung der analytischen Kur bleibt ein berechtigter Wunsch“ …, dann aber gleich angefügt: „Es steht ihr leider ein sehr bedeutsames Moment entgegen, die Langsamkeit, mit der sich tiefgreifende seelische Veränderungen vollziehen, in letzter Linie wohl die „Zeitlosigkeit“ unserer unbewußten Vorgänge“ (GW VIII, S. 462). In seinem Budapester Vortrag „Wege der psychoanalytischen Therapie“ von 1918 heißt es dann vorausschauend, daß wir wahrscheinlich bei einer zukünftigen „Massenanwendung unserer Therapie“ genötigt sein werden, „das reine Gold der Analyse reichlich mit dem Kupfer der direkten Suggestion zu legieren“ (GW XII, S. 193).
Heute geht es nicht mehr darum, ob wir eine analytisdie Kurzpsychotherapie entwickeln sollen, sondern nur noch darum, wie diese beschaffen sein soll. Daß aber auch über letzteres weitgehende Übereinstimmung besteht, zeigen die beiden von zwei Autoren aus verschiedenen Wirkungskreisen geschriebenen Arbeiten zu diesem Thema, die sich inhaltlich weitgehend decken und nachfolgend besprochen werden sollen:
Dieter Beck hat seine Einführung aus der Sicht des Universitätspoliklinikers „für Psychotherapeuten und Psychiater“ geschrieben und handelt systematisch die Indikationen, die Behandlungstechnik und die für diese Behandlung geeigneten Krankheitsbilder ab. Er schl