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Mit diesem Buch eröffnet die Österreichische Gesellschaft für Archäologie eine neue Schriftenreihe, in der archäologische Forschungsergebnisse mit soziologischen und psychologischen Erkenntnissen vermittelt werden sollen (S. 5). So begrüßenswert diese Anstrengungen zur Überwindung der arbeitsteiligen Abgrenzungen der Sozialwissenschaften sind, so unbefriedigend sind freilich oft die Resultate. Der Autor dieses Bändchens, offenbar ein fachkundiger Archäologe, bemächtigt sich des fachfremden Wissens in seltsam oberflächlicher Manier, so als gälten für soziologische oder psychologische Arbeiten nicht die Regeln wissenschaftlicher Sorgfalt, auf die im eigenen Fach geachtet wird.
Den sehr unübersichtlichen Literaturangaben ist zu entnehmen, daß ein Funkkolleg von Prof. Rüegg als Information über soziologische Theorie diente. Überhaupt haben alle sozialwissenschaftlichen Literaturangaben etwas Zufälliges. Es ist vom „Unterbewußten“ die Rede (S. 12 und 53), manchmal wird Freud zitiert, dann Sullivan, Ernst Kris, Malinowski und schließlich Navratil, um zu beweisen, „daß die künstlerische Darstellung von Völkern, welche noch auf einer primitiven Stufe ihrer Entwicklung stehen, psychologisch gesehen denen des Kindes in einer frühen Entwicklungsphase oder der Geisteskranken, die auf eine frühere Entwicklungsphase regrediert sind, entsprechen“ (S. 38). Mit psychoanalytischen Einsichten haben derlei kulturmorphologische Betrachtungen wenig zu tun. Peinlich ist darum, daß der Autor mit schwungvoller Geste über ein Vokabular zu verfügen versucht, dessen Sinn ihm fremd ist. Es finden sich Sätze wie: „In der vom Vater beherrschten Familie regrediert die ödipale Phase des Knaben infolge der Kastrationsdrohung zur Latenzperiode“ (S. 53).
An anderer Stelle werden psychoanalytische Begriffe großzügig mit denen der sog. Frustrations-Aggressionshypothese vermengt: „Die Entfremdung des Ichs des Eroberers im Überich des Eroberten steht im Zusammenhang mit einem Konflikt von Bewunderung und V