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Die seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit geführte Auseinandersetzung um die Frage, ob massenmediale Gewaltdarstellungen die Zuschauer zu aggressivem Verhalten anregen, hat eine Vielzahl von Publikationen hervorgebracht. Eine der neueren Veröffentlichungen ist das Buch von Sommer und Grobe. Es enthält eine Zusammenstellung der wichtigsten Forschungsergebnisse aus Psychologie und Soziologie zum Thema und zieht daraus Schlußfolgerungen für die medienpolitische und -pädagogische Praxis. Eine eigene Untersuchung wird von den Autoren nicht eingebracht.
Einleitend werden kurz die neuere Entwicklung der Kriminalität in der BRD sowie die hiesige strafrechtliche Situation im Hinblick auf die massenmediale Verbreitung von Gewalt umrissen.
Das erste größere Kapitel befaßt sich mit den gängigen theoretischen Ansätzen zur Genese aggressiven Verhaltens. Nacheinander werden psychoanalytische Aussagen zum Aggressionsproblem sowie der ethologische Ansatz — beides unter der gemeinsamen Überschrift „Triebmodelle der Aggression“ —, das psychophysiologische Konzept, die Frustrations-Aggressions-Hypothese und schließlich die beiden lerntheoretischen Modelle vom Bekräftigungs- und Beobachtungserlernen referiert. Die Autoren selbst lassen eine deutliche, wenngleich nicht unkritische Präferenz für die lerntheoretische Version des Beobachtungslernens erkennen. Diese nun schon beinahe konventionell gewordene Art der Behandlung aggressionstheoretischer Konzeptionen ist insofern zu bedauern, als sie kaum geeignet ist, im Leser ein Problembewußtsein dafür zu entwickeln, daß die referierten Ansätze angesichts der Komplexität des Wirkungszusammenhangs allesamt ungenügend sind.
Im nächsten Abschnitt werden Untersuchungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen zum Themenkomplex „Fernsehen und Kinder bzw. Jugendliche“ zusammengetragen. Berührt werden die Aspekte der Fernsehgewohnheiten dieser Zuschauergruppe, des Einflusses der Faktoren Familie, soziale Schichtzugehörigkeit und Schulbildung auf das