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Während dem englischsprachigen Leser durch die Wiederauflage der theoretisch wichtigsten Bücher Róheims (The Origin and Function of Culture; The Eternal Ones of the Dream; Psychoanalysis and Anthropology; The Two Gates of the Dream) die wesentlichen Erfahrungen und die darauf aufbauenden Theoriebildungen Róheims zugänglich sind (es fehlt noch eine Wiederauflage
von The Riddle of the Sphinx), so daß ihm die in diesem Buch vereinigten Arbeiten Róheims eine brauchbare Ergänzung bilden, ist der deutschsprachige Leser fast ausschließlich auf diese vier nunmehr veröffentlichten Arbeiten verwiesen, zumal was die von Róheim nach seinen Feldforschungen vertretenen Theorien und Ansichten betrifft.
„Die Panik der Götter“ — der Untertitel ist von den Herausgebern hinzugefügt — enthält vier Aufsätze Róheims, von denen die erste Hälfte des ersten Aufsatzes „Primitive Formen des Hochgott-Glaubens“ noch vor seinen Feldforschungen geschrieben , aber erst nach seinen Feldforschungen gedruckt und der letzte Aufsatz erst 1952 — ein Jahr vor Róheims Tode — publiziert wurde. Alle vier Arbeiten befassen sich mit religionswissenschaftlichen und mythologischen Themen: die erste mit der mittlerweile in der Religionswissenschaft in den Hintergrund gerückten und in ihrer Bedeutung kritisierten Frage nach der Entstehung von sogenannten primitiven Hochgöttern.
Nach der von A. Lang und W. Schmidt vertretenen These des Urmonotheismus sollen ursprünglich alle Menschen Anhänger eines — natürlich christlich aufgefaßten — Gottes gewesen sein und dieser Urmonotheismus erst im Laufe der Geschichte durch Degeneration etc. verloren worden sein. Róheim versucht, diese These im Anschluß an Freuds Konstruktion in „Totem und Tabu“ zu kritisieren und zugleich die psychologischen Grundlagen von ethisch und moralisch guten „Hochgöttern“ aufzufinden. Grundlage und Material seiner Analyse sind die Mythen der auch von den Vertretern der Urmonotheismusthese herangezogenen Gottheiten Biliku und Puluga der andamanes