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In der Geschichte der Psychoanalyse in Ungarn, die seit 1944 ein Leben unter einer imaginären Schneedecke führt, wird die wissenschaftliche Tagung anläßlich der Hundertjahrfeier der Geburt von Sándor Ferenczi zu Pfingsten 1974 eine besondere Bedeutung haben. Die ersten Hoffnungsschimmer einer Renaissance gab es 1969 anläßlich einer wissenschaftlichen Sitzung aus Anlaß des 80. Geburtstages von Imre Hermann; sie wurde von der psychiatrischen Sektion der Ungarischen Gesellschaft für Rehabilitation und der Arbeitsgruppe für Psychotherapie veranstaltet — unter Beteiligung solch prominenter Analytiker ungarischer Herkunft wie Michael Balint und Robert Bak.
Die Aufführung dieser Daten wird verständlich, wenn man bedenkt, daß es auch heute noch keine ungarische analytische Vereinigung lege artis gibt, und daß die alte doch eine der ersten Pioniergruppen in der Geschichte der psychoanalytischen Bewegung war.
Als Veranstalter der wissenschaftlichen Tagung am 1. Juni 1974 zeichnet nun die „Psychotherapeutische Arbeitsgruppe“ der Ungarischen Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie — eine Gesellschaft, deren Einstellung zur Psychoanalyse bestenfalls als ambivalent zu bezeichnen ist. Feinheiten dieser Attitude merkt man bereits in der Gestaltung des Programms: Während zu sämtlichen Punkten naturgemäß die Namen der Referenten aufgeführt sind, bleibt der Eröffnungsvortrag anonym: „Eröffnungsansprache des Vorsitzenden der Gesellschaft“. In der Tat: unter den sechs Lehrstuhlinhabern der Neurologie und Psychiatrie fand sich keiner zu dieser Eröffnungsansprache bereit; sie wurde schließlich im Auftrag von dem Analytiker Tibor Rajka, einem der Hauptveranstalter, gehalten. Anerkennung seitens der Öffentlichkeit gewährten die improvisierten Worte von Sándor Szalai, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Er erinnerte sich an eine Begegnung mit Freud, die er als junger Psychologe im Jahre 1934 hatte, der ihm gegenüber betonte, wieviel die Psychoanalyse ihren ungarischen Mit