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Fenichels Studie über den „Bereicherungstrieb“ gehört zu einer Reihe von in den dreißiger Jahren geschriebenen Arbeiten, in denen er den psychoanalytischen Psychologismus kritisierte1. Bleibt die psychoanalytische Neurosenlehre und Sozialpsychologie weithin dem individualistischen Schleier verhaftet, so führt Fenichel dagegen die Marxsche Einsicht ins Feld, daß die zu Institutionen kristallisierten Herrschaftsverhältnisse sich gegenüber den lebenden Individuen verselbständigt haben und deren Triebstruktur modifizieren — also nicht ihren Sinn von der Triebstruktur der Individuen her empfangen. Der „Bereicherungstrieb“, dem Psychoanalytiker wie Ferenczi, Odier, Laforgue und Roheim bereits Arbeiten gewidmet hatten, bietet ihm — wie Glovers Buch über die psychologischen Wurzeln des Krieges2 — Gelegenheit, biologische und soziale Komponenten des Triebes voneinander zu sondern und den nicht-psychologischen Charakter institutionalisierter gesellschaftlicher Verhältnisse herauszuarbeiten.