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1971 hat der Verlag du Seuil, Paris, im Champs freudien zwei Bücher von Françoise Dolto, die auf dem Gebiet der Kinderpsychoanalyse und -psychiatrie führend und Gründungsmitglied von Jacques Lacans Ecole freudienne de Paris ist, herausgebracht. 1939 hatte F. Dolto, damals noch unter ihrem Mädchennamen Marette, mit „Psychanalyse et pédiatrie“ promoviert. Die Arbeit wurde damals schon publiziert. 31 Jahre später brachte Seuil eine, wie es scheint unveränderte, vierte Auflage. Das zweite Buch Doltos über den Fall Dominique ist eine Neuerscheinung.
Im ersten Teil, der Fallgeschichte, berichtet sie genau und ausführlich über die Heilung eines psychotischen Kindes — ein Prozeß, der innerhalb von 12 Sitzungen abläuft. Dominique, ein vierzehnjähriger Junge, war ein apraktisches, geistig zurückgebliebenes Kind, das wie ein Schlafwandler in einer irrealen Welt lebte. Die Ärzte hatten Debilität diagnostiziert, die nach ihren Vermutungen in der Pubertät möglicherweise zu psychotischen Bildern führen könne. Die Überweisung in eine Sonderschule im Alter von 12 Jahren hatte ihm nicht geholfen.
Von der Mutter läßt sich F. Dolto in der ersten Sitzung die Geschichte ihres Kindes erzählen und die familiäre Situation schildern. Den Vater interviewt sie in der zweiten der vierzehntäglich stattfindenden Sitzungen. Nichts Besonderes, wie es scheint. Sehr bald stellt sich heraus, daß Dominique ein psychotisches