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Die Problematik der Ehe, überhaupt der Partnerbeziehung zwischen Mann und Frau, ist ebenso aktuell wie die Bedeutung der Gruppe und die Rolle der Psychotherapie. Ein Buch, das all dies unter einem gemeinsamen Titel bearbeitet, muß demnach ein hohes Leserinteresse wecken. Ist es von Autor und Verlag auch für ein breites Publikum gedacht, so scheint es dem Referenten doch vorwiegend für den praktizierenden Psychotherapeuten geeignet, der mit einer Ehepaargruppe beginnen will oder schon damit arbeitet. Er findet eine vorzügliche Orientierung über das gesamte Gebiet, auf dem, wie der Autor einräumt, noch alles im Fluß ist; ein Grund mehr, sich bei einem erfahrenen Experten, der seit vielen Jahren mit Ehepaargruppen arbeitet, zu orientieren.
Preuss sieht die Ehe nicht ohne Zusammenhang mit Widersprüchen der sozialen Umwelt, mit den Problemen der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, ohne allerdings die oft aus ökonomischen Zwängen entstandene hoffnungslose Lage mancher Ehepaare der unteren Schichten zu berücksichtigen. Der Hauptteil seines Beitrags ist der gestörten Kommunikation in der Partnerbeziehung gewidmet. Die gegenseitige Verflechtung der Partner, die Reziprozität ihrer individuellen Neurosen wird zum Gegenstand der Analyse gemacht und als „gemeinsames Abwehrspiel“ (S. 35) gedeutet, das häufig schon bei der Partnerwahl beginnt und nicht nur psychoneurotische, sondern auch psychosomatische Störungen wie Asthma hervorrufen kann, was an einem Fallbeispiel eindrucksvoll belegt wird. Obschon der Verfasser das gemeinsame Problem der Partner in den Mittelpunkt stellt, ist das Therapieziel die Lösung der Konflikte des Einzelnen, die ja gerade dadurch, daß sie z. B. in den Partner projiziert werden, verhindert wird. Da diese Prozesse unbewußt ablaufen, kann nur die Psychoanalyse Grundlage der analytischen Gruppenpsychotherapie sein (S. 65). Ihre Theorie und Methoden sind das Konzept, aus dem heraus der Autor Ehepaartherapie versteht. Darüber hinaus sucht er den Begriff