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Wenn auch spät und in einem Stadium, in welchem „Drogenwelle“ und Drogenszene zwar nicht gerade ihre „Schlußphase“ (vom Scheidt), so doch eine gewisse Konsolidierung, ja einen Zug zum Konservativen erreicht haben, setzten sich zunehmend Psychoanalytiker und Psychotherapeuten erneut mit dem Drogenproblem auseinander.
So beruht das von Waldmann und Zander als Beiheft zur „Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie“ herausgegebene Buch z. T. auf Referaten der Lindauer Psychotherapiewoche 1973. Neben dem „Abriß psychoanalytischer Gesichtspunkte zum Suchtproblem“ von Zander seien hier der Artikel von Renée Nell „Erfolge und Mißerfolge in der Rehabilitation Drogensüchtiger und Drogengefährdeter in den USA“ mit einem Anhang über „Daten zum Drogenmißbrauch und zur Behandlung der Drogenabhängigkeit in den USA“ und der ausführliche klinische Beitrag von Heinz Ewald Hasse über den Drogennotfall hervorgehoben.
Haas, zur ersten Generation ärztlicher Drogentherapeuten im Release Frankfurt gehörig, heute am Aufbau der Therapieeinrichtung im Haus der Volksarbeit, Frankfurt, beteiligt und mit den modernen psychoanalytischen Konzepten, insbesondere des Narzißmus, vertraut, führt in seinem fesselnd geschriebenen Buch an die gesamte Problematik heran, nicht ohne anzudeuten, wie tiefgehend das Drogenproblem mit den Lebensbedingungen unserer Gesellschaft, d. h. der westlichen Industrienationen, verbunden ist. Wenngleich die um Objektivität bemühte Sachlichkeit und Verläßlichkeit wohltuend berühren, bleibt das Fazit unausgesprochen pessimistisch und bedrückend. In einer Schlußbemerkung wagt Haas einige Lichter zu setzen: „… aber wir wissen nicht, ob nicht die Umwandlungen des Narzißmus in kollektiven Selbstheilungsprozessen auch andere Potentiale freisetzen könnten, die vielleicht weniger auf das Individuum als vielmehr auf die Gruppe bezogen sein könnten. Solidarität könnte ein Derivat archaisch-narzißtischer Konfigurationen sein, die Verbindung über ein gemeinsames Größenselbst