You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Warum wird jemand drogenabhängig? Solange es kein allgemein gültiges Persönlichkeitsmodell gibt, wird man sich der Beantwortung solcher Motivationsprobleme bevorzugt auf zwei Wegen nähern: kasuistisch oder statistisch. Hobi hat den zweiten Weg gewählt. Er führt seine Methode übersichtlich vor (standardisierte Fragebogen zur Motivation und zum Drogenverhalten) und diskutiert dann die vielfach korrelierten Ergebnisse. Untersucht wurden drei Stichproben mit je 50 Probanden: 1. Jugendliche, die keine Drogen nehmen (Kontrollgruppe); 2. Drogenkonsumenten, die noch nicht psychiatrisch auffällig geworden sind; 3. Konsumenten, die bereits hospitalisiert oder ambulant behandelt wurden. Die drei Gruppen wurden zudem nach drei weiteren Kriterien (Alter, Geschlecht, Intelligenz) streng parallelisiert.
Der überwiegende Teil des Buches wird von Methodenüberlegungen und Statistik beherrscht. Das Ergebnis ist recht mager und bringt eigentlich nichts Neues, bestätigt lediglich mit enormem Aufwand an Forscher- und Computerzeit, was der Psychotherapeut anhand von zwei, drei Fällen rascher erkennt (nur nicht so scheingenau): „Die Stellung der Depressivität mit der reizbaren, mürrischen, selbstunsicheren und schließlich nervös-gespannten Variante dürfte die Klinikstichprobe treffend kennzeichnen; sie könnte jedoch auch eine allgemeine Bedeutung beanspruchen, da diese Verteilung auch bei der (drogenfreien, d. Rez.) Stadtjugendgruppe anzutreffen ist“ (S. 94).
Ähnlich „präzise“ sind die anderen Kriterien, die mit solch beeindruckendem Einsatz gewonnen wurden. Immerhin bestätigen sie gewissermaßen im Querschnitt das, was der Analytiker im Längsschnitt beobachtet: die brokenhome-Situation und Berufstätigkeit der Mutter findet man bei den stark Drogenabhängigen stärker als bei Nichtkonsumenten. Drogenkonsumenten sind „statistisch gesichert ‚labiler‘ als Nichtkonsumenten“. „Der Drogenkonsumierende ist leistungsmäßig schwächer, besitzt weniger Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer und ist zudem feh