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Dies ist ein umfangreicher Reader, der eine wichtige Ergänzung des bisherigen Schrifttums in deutscher Sprache darstellt. Ist es jedoch eine Einführung in die psychosomatische Medizin, wie der Verlag anstrebt, indem er ein Verzeichnis medizinischer Fachausdrücke (in Anlehnung an Pschyrembels „Klinisches Wörterbuch“) beifügt? Mir scheint, daß die Herausgeberin selbst für ihre ausführliche Einleitung und den orientierenden Kommentar den treffenderen Titel wählte: Problemstellungen in der Psychosomatischen Medizin. Ein solcher Titel allerdings wäre vermutlich schwer zu verkaufen gewesen; das Interesse, den Reader als Paperback möglichst vielen Studierenden der Sozialwissenschaften nahezubringen, verlangte eine Vereinfachung und ein Versprechen.
Die hier zusammengestellten Beiträge sind teilweise bereits in der Fachliteratur publiziert worden, waren aber schwer zugänglich, so daß ihre Zusammenfassung und auch Übersetzung (was besonders verdienstvoll für die Arbeit von Max Schur „Zur Metapsychologie der Somatisierung“ ist) eine große Erleichterung darstellt. Der Band selbst ist in drei Abschnitte gegliedert. Der erste Abschnitt enthält „Fallstudien über psychosomatisch Kranke“, die teils für diesen Band verfaßt (Schwab, Matthes, Weidlich, Eckstaedt und Moersch) und teils aus anderen Publikationen übernommen wurden (de Boor und Rosenkötter). Diese Falldarstellungen sollen illustrieren, „daß die Sprache, in der über organische Symptome Aussagen gemacht werden, eine psychologische ist. Am psychosomatischen Symptom werden — über dessen Materialität hinweg — unbewußte Symboldeutungen herausgestellt“ (S. 16). Dabei werden durch die Auswahl der Fallberichte derzeit kontroverse Standpunkte sichtbar. Die Beiträge von de Boor (Psychoanalytische Behandlung eines Asthmakranken, ), Rosenkötter (Zur Lebensgeschichte eines Patienten mit fixiertem Hochdruck, ), Schwab (Die Behandlung eines fünfjährigen asthmakranken Mädchens, ) und Moersch (Eine Patientin mit Pubertätsmagersucht, ) zeige