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Gruppendynamik hat sich als wissenschaftliche Disziplin im Rahmen der Sozialpsychologie entwickelt. Sie beschreibt und analysiert Gruppenprozesse, die in den unterschiedlichsten Formen des Sensitivity-Trainings künstlich arrangiert werden und sieht sie im Zusammenhang mit anderen sozialen Gruppenprozessen. Sensitivity-Training oder Training sinnlicher Wahrnehmungsfähigkeit in Gruppen bezeichnet ausschließlich die Verfahrenstechnik, die Praxis; der Begriff Gruppendynamik umfaßt Theorie und Praxis des Gruppengeschehens.
Gruppendynamik als Praxis im personalistischen, privaten Bereich, im sozialen Bereich und im Bereich der Industrie vorzustellen, Gruppendynamik als Wissenschaft, als Technologie und als Gegenstand kritischer Gesellschaftstheorie zu reflektieren, das ist der Rahmen der von Klaus Horn herausgegebenen Aufsatzsammlung „Gruppendynamik und der ‚subjektive Faktor‘. Repressive Entsublimierung oder politisierende Praxis'.
Dieser sehr akademische Titel benennt die Perspektive, worunter Klaus Horn Gruppendynamik in seiner ausführlichen Einleitung darstellt. Vorbedingung für das Verständnis dieses Ansatzes einer Kritischen Theorie des Subjekts ist allerdings eine Übersicht über Entwicklung, Richtungen und Termini der Gruppendynamik. Dies leisten insgesamt die einzelnen Aufsätze.
Horns Einleitung ist der umfangreichste und interessanteste Aufsatz dieser, zum größeren Teil aus Übersetzungen amerikanischer Aufsätze bestehenden Sammlung. Gruppendynamik in Deutschland wird kritisch dargestellt in zwei Beiträgen eines fortschrittlichen Politologen aus der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung, Walter Giere, zum Verhältnis von Gruppendynamik und politischer Bildung, einmal als Verlaufsschilderung eines Seminars und einmal als Essay. Peter Brügge erledigt unter dem Titel „Ich lasse mich nicht auseinandernehmen“ (Nachdruck eines „Spiegel“-Artikels) das Thema Sensitivity-Training als „subtilste Gemeinschaftsübung des Spätkapitalismus“, als „eine höhere Schule der An