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Unter dem Titel „Psychiatrie und Klassengesellschaft“ sind 15 Arbeiten Wulffs erschienen, die in einem Zeitraum von ca. fünf Jahren (1967-1971) zu den verschiedensten Problemen Stellung nehmen. Sie sind unter den Themen: Ethnopsychiatrie, Probleme der Krankenversorgung und Klinik, Begriffs-, Methoden- und Ideologiekritik der psychiatrischen Ausbildung, Forschung und Praxis zusammengestellt. Es handelt sich dabei sowohl um Vorträge als auch um teilweise bereits veröffentlichte Artikel, deren umstrittenster die unter dem Thema 3 subsumierte Arbeit „Psychoanalyse als Herrschaftswissenschaft“ ist 1.
Während Wulff in seinen übrigen Arbeiten eher kursorisch und wohlwollend zur Psychoanalyse Stellung nimmt 2, versucht er in »Psychoanalyse als Herrschaftswissenschaft“ ein dämonisches Bild der Psychoanalyse zu entwerfen, die dann letzten Endes nur deshalb nicht ganz so gefährlich ist, weil sie allenthalben über ihre eigenen ideologischen Fallstricke stolpert. Die Kritik dieser Arbeit ist im sog. Anti-Kursbuch 3 von Alfred Lorenzer geleistet worden. Sie ist in vieler Hinsicht ein abschließendes Verdikt der Wulffschen Rezeptions- und Argumentationsweise und in der Lage, die Bereitschaft ganz unterschiedlicher Lesergruppen zu zerstören bzw. zu erschüttern, Erich Wulff politischen oder wissenschaftlichen Kredit zu geben. Den einen genügt sie als willkommene Bestätigung ihrer schon immer gehabten Vorurteile gegen politisch denkende und handelnde Psychiater — Beispiele für diese Position sind in Wolfgang Fritz Haugs „Vorbemerkungen“ zum Wulffschen Buch enthalten. Den anderen, die mehr im Zweifel waren, gerinnt sie zur bequemen Beruhigung, daß vielleicht auch die übrigen radikalen Kritiken