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Molinskis Monographie zeigt mit Titel, Aufmachung, Formulierungen und durch die fast völlige Vermeidung graeco-lateinischer und anderer Fachausdrücke, daß sie sich an Leser ohne spezielle Kenntnisse in Medizin-Psychologie und/oder Psychotherapie wendet.
Irrig wäre, daraus zu schließen, daß Molinskis Buch für Psychoanalytiker und Psychotherapeuten bereits Bekanntes enthalte, das hier lediglich für den interessierten Laien popularisiert werde.
Allein schon der Erfahrungsraum des Autors dürfte einmalig sein. Molinskis Buch verarbeitet Beobachtungen, die er als psychoanalytisch ausgebildeter Psychiater während 8 Jahren in einer geburtshilflich-gynäkologischen Universitäts-Klinik erwerben konnte, wobei er zwei Jahre (zur Direktbeobachtung) in Kreißsaal, Wöchnerinnen-Station und Schwangeren-Beratung praktisch-geburtshilflich tätig war und die restlichen Jahre als Ganztagspsychotherapeut. Hiervon ausgehend, verwendet der Autor die Methodik der Zusammenschau klinisch-deskriptiver Kasuistik. Nur an einer einzigen Stelle (S. 113) wird eine zufallskritische quantitative Überprüfung einer klinisch gewonnenen Hypothese (nämlich des Zusammenhangs von Hyperemesis mit zervikaler Dystokie) durchgeführt.
Molinski ist sich dieser methodischen Vorläufigkeit durchaus bewußt, die er als unumgänglich ansieht (S. 157 f.), wobei er als Kliniker mühsam Zusammenhänge sucht, welche danach von Psychologen, Epidemiologen, Soziologen überprüft werden.
Bevorzugt untersucht wurden zwei klinische Einheiten: a) das schwere Schwangerschafts-Erbrechen (Hyperemesis) und b) die (nichtorganische) Verkrampfung des Muttermundes während der Eröffnungsperiode der Geburt (= zervikale Dystokie), wobei der Kernkonflikt bei der ersten Störung durch die abgewehrte (aggressive) Phantasie des Kindes als eines oralen Konkurrenten entsteht, bei der zweiten durch die abgewehrte aggressive Auflehnung entweder gegen eine versagende Mutter oder gegen ein biologisches Abhängigwerden.
Die vielfältigen psychodynamischen Konfigura