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Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Analyse von Interaktionsstörungen, psychischen Schwierigkeiten und von möglichen Lösungen für solche Probleme. Wirklich gravierende Probleme beziehungsweise ausweglos erscheinende Situationen entstehen nach Ansicht der Autoren typischerweise erst dadurch, daß Individuen versuchen, auf inadäquate Weise mit Schwierigkeiten oder Konflikten umzugehen. Aus diesem Grunde hätten therapeutische Interventionen sich vor allem gegen diese unangemessenen Lösungsversuche zu richten (S. 138). In der Regel geht es darum, den Patienten paradoxerweise zu empfehlen, das Gegenteil von dem zu tun, wovon sie bisher die Lösung ihrer Probleme erwartet hatten. Für solche durch therapeutische Intervention (gelegentlich auch ohne therapeutische Hilfe) gefundenen paradoxen Problemlösungen bringen die Autoren eine Fülle von Beispielen.
Exemplarisch für die von den Autoren bevorzugten paradoxen therapeutischen Interventionen (von ihnen auch „Trick-Interventionen„genannt) sei hier das therapeutische Vorgehen beschrieben, das sie im Falle von Patienten empfehlen, die bei allem, was sie tun, immer Angst haben, schwerwiegende Fehler oder Irrtümer zu begehen. Es handele sich um Menschen, die mindestens anfänglich nicht mehr Fehler machten als andere auch, die allerdings sekundär durch ihre Nervosität unsicher und im Laufe der Zeit für Fehlhandlungen anfälliger werden könnten. Die therapeutische Instruktion richtet sich gegen die übervorsichtige Vermeidung von Fehlern, also gegen den Versuch, alle Energie auf die Vermeidung von Fehlern zu konzentrieren. Die Autoren zitieren den Fall einer Zahntechnikerin, für die die berufliche Arbeit zu einem Alptraum wurde, weil sie permanent fürchtete, einen gravierenden Fehler zu machen und entlassen zu werden. Man wies die Patientin darauf hin, daß sie zwar vielleicht durch Willenskraft die schwerwiegendsten Fehler werde vermeiden können, daß sie sich aber trotzdem nie sicher genug fühlen und daß ihr Kampf kein Ende haben werde