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Die anzuzeigenden Bücher wenden slc nicht so sehr an ein wissenschaftliches Fachpublikum als an Praktiker, die mit Kriminellen zu tun haben, sowie an eine breitere, allgemein politisch interessierte Öffentlichkeit. Die Kluft zwischen dem, was wissenschaftlich über Ursachen, Verlauf und Verfestigung krimineller Karrieren bekannt ist, und dem, was jeden Tag Menschen im Strafverfahren, Strafvollzug und danach angetan wird, ist so skandalös, daß der Wert wissenschaftlicher Publizistik, die die Ergebnisse der Forschung einem fachlich nicht vorgebildeten Publikum vermittelt, gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Ulrich Ehebald berichtet sorgfältig und detailliert über einen Einzelfall, wie es ihn im System unseres Strafvollzugs zu Hunderten und Tausenden geben mag. Der Autor, ein Hamburger Nervenarzt, gibt ein Gutachten zum Fall des Werner N. ab, eines jungen Mannes, dem ein Mordversuch an einem Justizbeamten vor geworfen wird, Grundlage dieses Gutachtens ist eine eingehende Untersuchung des Probanden in vierzehn Sitzungen, sind die in den Akten enthaltenen . Gutachten, Urteile usw., sind schließlich Gespräche, die der Verfasser mit Vollzugsbeamten, Anstaltsärzten, einem Anstaltspfarrer sowie den Eltern N. geführt, hat. Die Krankengeschichte, denn um eine solche handelt es sich, reicht zurück bis in die Kindheit. Elterliche Erziehungsfehler, Heimerziehung, zeitweilig eine verständnisvolle Lehrerin (die begreift, „daß dem Jungen nur. zu helfen ist, wenn er Menschen findet, die ihn anerkennen“), Jugenddelinquenz. Schließlich die Verurteilung durch Psychiatrie und Justiz. Der Psychiater: „N. ist ein klassisches Beispiel für einen Psychopathen. Sein ganzes Leben war er ein unbelehrbarer Querulant.“ Der Richter: „Die Strafe soll abschrecken. Wer in H. einen Gefängnisbeamten angreift, soll wissen, daß ihn die ganze Härte des Gesetzes trifft.“ Der Fall ist exemplarisch. Bewundernswert, wie der Autor entgegen psychiatrischen Verdammungen den neurotischen Kern im Verhalten