You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Buch interessiert den Literaturwissenschafder als eine mit Sicherheit zu erwartende neue Form der Literatur: die romanhafte Auseinandersetzung
mit der entweder noch stattfindenden oder aber der verflossenen Psychotherapie bzw. Psychoanalyse In einer von mehreren denkbaren Formen, deren zwei eingangs verglichen werden:
Nach der Aufregung einer spezifischen Lesergruppe von zumeist Intellektuellen über Tilmann Mosers „Lehrjahre auf der Couch“ liegt jetzt wieder ein Buch dieses neuen Genres vor, das allerdings, im Gegensatz zu dem von Moser, wie manche andere zuvor als Übersetzung mittelbar In die BRD kommt.
Vergleicht man die beiden Bücher von Moser und Yalom/Elkin, so unterscheiden sie sich, zunächst unter eher literarischen Gesichtspunkten gesehen, darin, daß Moser als (1) Einzelperson darstellt und zwar zweiteilig, zunächst in (2) einer Analysenpause, dann nach Abschluß der Psychoanalyse. Yalom,/Elkins Buch dagegen ist ein von den Besonderheiten der Situation geprägtes (1) Zwiegespräch Therapeut—Patient, „so eine Art Briefroman“, wie die Herausgeberin und Ehefrau des Therapeuten Im Vorwort schreibt, zu dem die Aufzeichnungen (2). kontinuierlich nach jeweils jeder Sitzung, also während der Therapie, unabhängig voneinander von Therapeut und Patientin gemacht wurden. Wie Deserno in der Nachbemerkung schreibt, ist diese gleichzeitige Darstellung der Partner aus verschiedenen Perspektiven „einmalig“, neuartig — die Tatsache, daß die Patientin Schriftstellerin Ist, kam dem Unternehmen sicherlich entgegen, wie auch die ästhetische Form Ihrer Darstellung beweisen mag.
Zunächst und sehr früh kam die mehr oder weniger klinisch orientierte Falldarstellung aus der Sicht des Behandelnden in die Literatur, die bereits bei Freud selbst ästhetisch-literarische Form von hohem Sprachniveau annahm, zumal wenn die Objekte seiner Darstellung selbst Dichter oder Künstler waren. In den letzten Jahren kommen vor allem in den USA, von nach Deserno die „Psychotherapie popularisiert ist“,