You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Helberger hat sich in dieser Arbeit, seiner Dissertation, die Aufgabe gestellt, die methodischen Grundlagen des Marxismus mit denen der empirisch-analytischen Wissenschaftstheorie zu konfrontieren, und kommt dabei zu dem Ergebnis, daß der Marxismus als Methode nicht viel taugt; die analytische Wissenschaftstheorie ist ihm unbedingt überlegen. Diesen Nachweis führt H. mit der größten Genauigkeit. Er hat außerordentlich viel Literatur zu diesem Thema aufgearbeitet und seinen Text den zahlreichen Zitaten möglichst adäquat anzupassen versucht.
Dennoch fallen dem Leser, der weder von Marxismus noch von empirischanalytischer Wissenschaftstheorie etwas verstehen mag, verschiedene Eigentümlichkeiten der Beweisführung auf. Der Autor spricht von „unseren“ erfahrungswissenschaftlichen Gesetzen (S. 51), wobei sich das „wir“ auch an anderer Stelle auf die analytischen Wissenschaftstheoretiker bezieht (S. 115); wenn aber von der anderen Seite die Rede ist, wird gewöhnlich der bestimmte Artikel gebraucht. Es heißt dann: „die Marxisten“ (S. 108), „die marxistischen Theoretiker“ (S. 63) oder „die meisten Marxisten“ (S. 45). Es stehen sich somit „wir“ und „die“ gegenüber.
Der Autor liebt klare Unterscheidungen von Gegensätzen; wahr und falsch, wissenschaftlich und moralisch, beschreibend und wertend sind die Dichotomien, deren Bewältigung die empirisch-analytische Wissenschaft nach Auffassung des Autors offenbar besser entgegenkommt als der Marxismus, bei dem eine geradezu absichtliche Vermengung wissenschaftlicher und wertender Elemente in der Theoriebildung vorliegt. Der Hauptvorwurf gegen den Marxismus erscheint schon auf S. 43: mit seiner „Emotionalisierung“ der Sprache habe er die Tendenz, „die vorurteilsfreie Erkenntnis der Wirklichkeit zu beeinträchtigen“.