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Die Arbeit ist als Diskussions- und Arbeitsbuch zum Thema Literatur und Psychologie konzipiert. Zugleich ist es ein systematisch-kritisches Sammelreferat, das die wichtigsten Ergebnisse der Studien auf diesem Gebiet bis 1972 darstellt. Als solches hätte es mehr Beachtung finden müssen, als es in Wirklichkeit bekommen hat. Auch wer mit dem Diskussionsvorschlag des Autors, der der künftigen Literaturwissenschaft eine empirische Grundlegung verschaffen möchte, nicht einverstanden ist, kann das Werk von Groeben als wertvolles Kompendium, als äußerst reichhaltige referierende Übersicht über die Probleme und Ergebnisse der psychologischen Literaturforschung benutzen. Soweit ich sehe, haben manche Literaturwissenschaftler das Buch rasch abgelehnt auf Grund des zweiten, systematisch-wissenschaftstheoretischen Teils, in dem das Modellschema einer empirischen Literaturwissenschaft an die Stelle des hermeneutischen Selbstverständnisses heutiger Dichtungstheorie gerückt wird. Der Wert des ersten, historisch-methodischen Teils wird dadurch aber in keiner Weise verringert. So wird, fürchte ich, wieder einmal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.
Der Autor gehört zu den seltenen Forschern, die sowohl eine psychologische wie eine philologische Ausbildung erhielten. In beiden Fächern verfügt er über ein erstaunliches Wissen.