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Helm Stierlin entwirft in seinem Buch (von dem Auszüge schon in verschiedenen Fachzeitschriften erschienen sind; so z. B. Psyche 8/74) einen Begriffsrahmen, in dem er den Prozeß der Ablösung des Kindes von seinen Eltern zu fassen und durch diese Betrachtungsweise neue Einsichten über Störungen dieses Prozesses, wie etwa Ausreißen, Verwahrlosung und schizophrene Entwicklungen zu gewinnen sucht. Er begreift den Ablösungsprozeß im Idealfall als eine „sich allmählich in Richtung auf gegenseitige Selbst-Entwicklung und Differenzierung im emotionalen, kognitiven und moralischen Bereich weitende Spirale“ (S. 15). Diese Bewegung führt dann zur relativen Unabhängigkeit aller Beteiligten, was gleichzeitig eine reife Beziehungsform bedeutet. Zur Beschreibung und Untersuchung der realen Eltern-Kind-Beziehung im Ablösungsprozeß, ihres Inhalts und ihrer Form, schlägt Stierlin nun den Begriff der Beziehungsmodi vor. Diese Beziehungsmodi erscheinen sowohl in der normalen (dem oben skizzierten Idealfall angenäherten) Entwicklung als auch bei Störungen dieses Prozesses (dort treten sie auch in extremer Form besonders deutlich hervor). Er unterscheidet drei Modi (die jedoch nicht streng voneinander getrennt auftreten müssen): den Bindungsmodus, den Delegationsmodus und den Ausstoßungsmodus. Sie funktionieren „als verdeckte organisierende Grundmuster für die offener zutage liegenden spezifischen Eltern-Kind-Interaktionen“ (S. 48) und haben Konsequenzen für Eltern und Kinder. Der Bindungsmodus findet sich vor allem in Familien, die von „zentripetalen Kräften“ beherrscht werden. „Eltern und Kinder verhalten sich nach der unausgesprochenen Annahme, daß die wesentlichen Befriedigungen und Sicherheiten nur innerhalb der Familie erlangt werden können“ (S. 50). Dabei kann der Bindungsmodus in allen drei Instanzen der psychischen Organisation wirksam werden, es kann sich also um affektive (Es-)Bindung, kognitive (Ich-)Bindung und um Überich-Bindung (durch Ausnutzung von Loyalitäts-bereitschaft