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„Im Dialog, also dem, was Menschen gemeinsam haben, wird Wahrheit offenbar; in ihm geschieht auch der Irrtum und wird, wenn es gut geht, entlarvt.“
(C. F. v. Weizsäcker, 1973, S. 237.)
„Nicht das findet statt, daß sich dieses Symbol nicht mehr deuten läßt, sondern: ich deute nicht. Ich deute nicht, weil ich mich in dem gegenwärtigen Bild heimisch fühle.“
(L. wittgenstein) 1929-1948, S. 336.)
Der psychoanalytische Dialog ist, wie Loch zu zeigen sucht, wesentlich nicht eine Suche nach der (objektiven) historischen Wahrheit, sein Resultat darum auch nicht deren getreue Abbildung in der Erinnerung, sondern der pragmatische, interaktioneile und konsensuelle Versuch, für Gegenwart (und Zukunft) einen neuen (Lebens-)Sinn herzustellen. Die psychische Realität der Erinnerungen und Phantasien besteht primär in ihrer Funktion der Sinnstiftung, so realitätshaltig sie im übrigen im Sinne des Gehalts an objektiver (Lebens-)Wirklichkeit sein mögen.