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Beide Erinnerungen an die Analyse bei Freud zeichnen Freuds Persönlichkeit im Alter von 73-82 Jahren und den Stil seiner psychoanalytischen Praxis. Darin liegt die historische Bedeutung dieser beiden Veröffentlichungen.
H. Doolittle, die bekannte amerikanische Lyrikerin, schrieb ihre Huldigung an Freud unter dem Titel „Die Schrift an der Wand“ aus der Erinnerung, ohne Bezugnahme auf ihre Notizen vom Frühling 1933, als sie zum erstenmal bei Freud in Analyse war. „Advent“, die Fortsetzung von „Die Schrift an der Wand“, wurde im Dezember 1948 nach Notizen zusammengestellt. Das gesamte Werk wird von dem Übersetzer M. Schröter sehr verständnisvoll eingeleitet.
Die künstlerische Form der Darstellung vermittelt nicht das Ergebnis einer Analyse, sondern das nachklingende persönliche Erlebnis der Analyse, eingebettet in den unendlichen Prozeß einer spürbaren inneren Entwicklung. „Ich will die Eindrücke erinnern, oder vielmehr: ich will, daß die Eindrücke mich erinnern. Die Eindrücke sollen kommen, wie sie wollen…“ (S. 45). Sagte doch der Professor: „Sehen Sie, Sie sind schließlich ein Dichter“ (S. 188).
Die künstlerische Formgebung orientiert sich an einem zentralen Thema und seiner Variation. Dazu ein kurzer Hinweis: „Mein Vater starb buchstäblich an dem Schock*. Der Professor hatte Schock auf Schock erlebt. Doch er war nicht gestorben“ (S. 60). Diese Thematik wird konkret eingeführt, indem ein Mitanalysand, „der fliegende Holländer“, der ein Jahr später mit seinem Flugzeug tödlich verunglückte, in seiner vielschichtigen Bedeutung für die Person der Autorin vorgestellt wird. „Schock auf Schock“ folgen die Deutungen: „Der Professor sagte: ‚Sie sind gekommen, um seinen Platz einzunehmenc‘ (S. 38), und ‚Sie halten es nicht für der Mühe wert, mich zu lieben‘“ (S. 47). Dem Lösungsversuch dieser Thematik: „Vielleicht werde ich das Geheimnis erfahren, Priesterin sein, Herrin über Leben und Tod“ (S. 135). „Es scheint mir, auf irgendeine seltsame Weise, daß wir beide zu irgendeinem