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„Jeder kann lernen, wie man bei Kindern das Entstehen von Verhaltensstörungen verhindert.“ Mit diesem Satz empfängt Bernhard Hassenstein die Leser seiner „Verhaltensbiologie des Kindes“. Das Buch bietet eine Fülle von Details über Mensch („weder verklärt noch unterschätzt“) und Tier, um Hassensteins sozialpolitische Thesen zur Verhütung von Verhaltensstörungen bei Kindern zu unterstreichen. Der Autor vertritt eine gemäßigte Version der von K. Lorenz vertretenen Thesen über angeborenes Verhalten; er übernimmt z. B. dessen Aggressions-Theorie nicht und sucht auch sonst mehr zu differenzieren, als es andere Ethologen in ihren populären Büchern tun. Eine allgemeine Kritik des Buches scheint dem Rezensenten nicht sinnvoll, da Hassenstein weniger neue Konzeptionen einführt als den Versuch unternimmt, für praktische Zwecke wissenschaftliche Argumente herbeizuziehen. Es sollen hier Fragen nach der Qualität der Kompilation, nach den Urteilen des Autors und nach der Vertretbarkeit mancher „biologisch“ begründeter Forderungen gestellt werden. Hassenstein neigt dazu, persönliche Überzeugungen übergangslos in eine naturwissenschaftlich orientierte Beschreibung einzuordnen. Zwar verspricht er, Ethologie, Behaviorismus und Psychoanalyse heranzuziehen. Doch was er aus der Psychoanalyse (bzw. deren Vereinfachung durch Schultz-Hencke und Christa Meves) übernimmt, ist durchweg ohne die entscheidende Dimension: die des Unbewußten. So schildert Hassenstein (S. 63) eine Szene, in der ein kleines Mädchen (3,8 Jahre), das den Vater verloren hat, die Mutter fragt, ob sie beide denn nicht miteinander ein Baby bekommen könnten. Es folgt die Feststellung: „Es war bestimmt kindliche und nicht erotisch getönte Liebe, die bei diesen Worten aus dem kleinen Mädchen sprach.“ Hassenstein stellt auch die Lehranalyse in der Ausbildung von Kindertherapeuten in Frage. „Nach dem gelungenen Brückenschlag zur medizinischen, psychologischen und naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung“ sei zu erwägen, sie