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„Die arabischen Erzählungen unter dem Sammelnamen ‚1001 Nacht‘ sind ein Stiefkind der Literaturgeschichte. Die Entwicklung der abendländischen Volkspoesie wäre aber ohne ‚1001 Nacht‘ kaum vorstellbar. Eine fast unerschöpfliche und durchaus authentische Quelle auch für kulturgeschichtliche und volkskundliche Studien. Nicht selten werden auch naturwissenschaftliche und medizinische Themen berührt. Alle die Episoden und Volksmärchen nach der Rahmenerzählung des Ganzen dienen ja eigentlich zur Psychotherapie eines unter dem Einfluß betrüblicher Ehe-Erfahrungen zum blutdürstigen Sadisten gewordenen Sultans, Shahriyâr. Das nach vielen anderen Mädchen vom Tode bedrohte Opfer, Shahrâzâd, wird zur erfolgreichen Psychotherapeutin. In einem ägyptischen Krankenhaus des späten Mittelalters sorgten Märchenerzähler für die Zerstreuung der an Schlaflosigkeit leidenden Kranken. Quellen der ‚1001 Nacht‘ ragen bis in vorislamische, sassanidisch-persische Zeiten zurück. Ähnlich beruht auch die arabische Medizin auf sassanidischen und byzantinischen ärztlichen Kenntnissen. Ihre Vermittler sind in besonders bedeutendem Maße jüdische, nestorianische und koptische Gelehrte. Die arabische Heilkunst hat ihre erste Blütezeit seit dem 9. Jh. den abbassidischen Herrschern des Bagdader Kalifats zu verdanken. Laut modernen Nachforschungen hat sich die in Brand-Steckung der Alexandrinischen Bibliothek als eine Legende erwiesen, die Lehrstätte wurde nur von Alexandrien nach Antiochien verlegt. In ähnlicher Weise hat es sich nicht bewahrheitet, daß die große Bibliothek zu Bagdad bei dem Mongoleneinfall im jahre 1258 zerstört wurde.“
Der Autor parallelisiert die in „1001 Nacht“ dokumentierten medizinischen Kenntnisse mit denen der zeitgenössischen Wissenschaft, was an manchen Stellen die Übersicht etwas erschwert. In bezug auf hygienisch-prophylaktische Vorschriften verfährt „1001 Nacht“ minuziös, doch es gibt betreffs des Wein Verbotes und der Gebote der Sexual- und Ehehygiene Ausnahmen. Was das Wein