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In der Reihe „Literatur der Psychoanalyse“, herausgegeben von A. Mitscherlich, liegt — nach E. Jacobson, Das Selbst und die Welt der Objekte, und H. Kohut, Narzißmus — mit diesem Buch der dritte Beitrag zum Thema Narzißmus vor. Es umfaßt elf Arbeiten des aus Ungarn stammenden und in Paris lebenden Psychoanalytikers aus den Jahren 1956-1967. Die französische Originalausgabe erschien 1971 unter dem Titel: Le narcissisme. Für den deutschen Leser ist der Beitrag eines französischen Psychoanalytikers von besonderem Interesse, weil die Arbeiten aus diesem Sprachraum eigentlich erst in den letzten Jahren einer breiteren Fachwelt zugänglicher geworden sind. Bei Grunberger spürt man allerdings die Beziehung zur ungarischen Schule sehr stark und registriert die fruchtbare Aufnahme der Gedanken Ferenczis. Eine besondere Rolle spielt dabei der Begriff der Amphimixis und die Genitaltheorie.
Ähnlich wie Kohut faßt Grunberger den Narzißmus als eigenes psychisches System auf, das bei allen Entwicklungsvorgängen von größter Wichtigkeit ist. Der Narzißmus wird wie folgt definiert: „Ich verstehe unter ‚Narzißmus‘ etwas, das trotz seines ichbezogenen Charakters wie ein Trieb strukturiert ist, weil es bei der Geburt, und selbst vorher schon, vorhanden ist, während das Ich erst später erworben wird.“ „Der Narzißmus ist in seinen Forderungen absolut und mächtig wie ein Trieb“ (S. 125). „Der Narzißmusbegriff, den ich im Verlaufe dieses Aufsatzes verwende, zielt auf einen ‚reinen Narzißmus‘, eine grundlegende Kraft ohne Triebstütze“ (S. 190). „Der Narzißmus, das erhebende Glück und die Allmacht wurzeln tief im pränatalen Leben. In Übereinstimmung mit diesem Ursprung hat der Narzißmus den Charakter der Einzigartigkeit und der Autonomie, oder anders ausgedrückt, der Vollkommenheit“ (S. 207). „Der Narzißmus folgt dem Gesetz des Alles-oder-Nichts“ (S. 210). Das Kind ist bis zur Entdeckung der Existenz seiner verschiedenen Körperteile „eine Allmacht und erhebende Erhabenheit ohne Körper und also