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Diese „Differentielle Psychologie“ ist das Produkt reicher persönlicher und fachlicher Erfahrung. Durch seine Schreibweise hat Hofstätter die Erarbeitung des Themas zu einer streckenweise amüsanten Lektüre gemacht. Daß dabei eine Menge grundlegender psychologisch-statistischer Methoden eingebracht wird, schreckt diesmal nicht ab, sondern weckt Interesse. Die mathematisierte Methode wird nämlich der kulturellen Tradition und der Eingebundenheit der Psychologie in Philosophie und Theologie kontrastiert. Dadurch wechseln zwei Interpretationsebenen einander ab, ergänzen einander und erzeugen in ihrer Gegenüberstellung eine Spannung, die — zum Teil von Hofstätter wohl beabsichtigt — sich antiker Konzeptionen der Dramatik bedient. Bei aller Bejahung der metrisch-konstruktivistischen Psychologie verschafft sich dabei eine konservative, antimodernistische Einstellung des Verfassers Geltung. Ihr unterliegt die Absicht, die ungelösten Probleme traditioneller Philosophie und Theologie durch empirisch-experimentelle Forschung zu entscheiden. Dabei ergibt sich die Einsicht, daß die konstruktivistische Methode aus sich heraus derartiges nicht leisten kann; Hofstätter drückt es philosophisch aus: „Der Geist wohnt draußen in den Sternen.“ Dem Positivismus wird Skepsis entgegengestellt.