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Simenauer spürt den lebenslang ungelösten psychischen Konflikten nach, die in Rilkes Dichtungen zum Austrag, zur Darstellung kommen. In deren Motivik treten vor allem orale Unabhängigkeitswünsche, tritt ein Schwangerschafts- und Gebärneid (in den Mythen vom Künstlergott, vom Hermaphroditen, von der unberührten Jungfrau) deutlich hervor. Simenauers Deutungsversuch ist von Reflexionen über den Beitrag der psychoanalytischen Es- und Ichpsychologie zum Verständnis von ästhetischen Produktionen durchzogen. Er weist besonders auf die Rolle des Körperschemas für gewisse Produktionen Rilkes und anderer hin.