You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Seit langem beschäftigen sich Psychoanalytiker mit Fragen der Prävention von seelischen Erkrankungen. Eine der Institutionen, in denen psychoanalytische Erkenntnisse zur Verhütung seelischer Störungen angewandt werden können, sind die Kliniken und Abteilungen, in denen kranke Kinder behandelt werden. Über die vorübergehenden Störungen und die bleibenden psychischen Schäden, die bei Kindern durch Krankenhausaufenthalt entstehen, und ihre Prophylaxe wurden in den letzten zehn Jahren auch in Deutschland Ärzte, Schwestern und Eltern durch die Arbeit von Psychotherapeuten und Initiativgruppen aufgeklärt. Seit René Spitz und John Bowlby das Trennungstrauma und seine Folgen beim hospitalisierten Kind beschrieben haben, wurde immer wieder versucht, sich ihre Erkenntnisse auch gegen zum Teil heftige Widerstände von Ärzten und Schwestern im praktischen klinischen Umgang mit Kindern zunutze zu machen.
Einer der bekanntesten Autoren in diesem Feld ist James Robertson, dessen unermüdliche Aufklärungsarbeit (durch Schriften und Filme) in England bereits 1959 im r egierungs amtlichen Bulletin „The Welf are of Children in Hospital“, auch Platt-Report genannt, Unterstützung fand. Die drei wichtigsten Empfehlungen, die hier gegeben wurden, lauten: 1. Für alle Kinder sollte uneingeschränkte Besuchszeit erlaubt sein. 2. Für Mütter von Kindern unter fünf Jahren sollte die Möglichkeit geschaffen werden, mit ihrem Kind im Krankenhaus zu bleiben, um bei der Pflege behilflich zu sein und die Verzweiflung des Kindes und die Gefahren für die seelische Gesundheit zu verringern, die durch die Trennung von der Mutter entstehen. 3. Die Ausbildung von Medizinstudenten und Schwesternschülerinnen sollte erweitert werden, so daß sie mehr Verständnis für die emotionalen Bedürfnisse von Kindern entwickeln. Diese Empfehlungen des englischen Gesundheitsministeriums haben dort dem Trend zur Verbesserung einen entscheidenden Anstoß gegeben. Ärzte und Schwestern, die die progressiven Ideen erproben wollten,