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„Nur Im Höchsten und Im Gemeinsten trifft Idee und Erscheinung zusammen; auf allen mittlern Stufen des Betrachtern und Erfahrens trennen sie sich. Das Höchste ist das Anschauen des Verschiednen als identisch; das Gemeinste ist die Tat, das aktive Verbinden des Getrennten zur Identität.“
Wissenschaftsgeschichtlidie, sozialpsychologische und berafspolitische Faktoren haben dazu beigetragen, daß in der Psychoanalyse die Identitätsfrage aufgekommen ist. Diese Tatsache führt H. Thomä auf einige wesentliche Aspekte des von S. Freud geschaffenen revolutionären wissenschaftlichen Paradigmas (Im Sinne von T. S. Kuhn) zurück: auf die Einführung des Subjekts als eines teilnehmenden Beobachters und auf die „persönliche Gleichung“ und ihre Ausgestaltung in der Zugehörigkeit zu psychoanalytischen Schulen. Die Identitätstheorie E. H. Eriksons und ihre begrifflichen Dimensionen machen verständlich, warum sich in der Psychoanalyse fachliche Probleme mit dem Identitätsbegriff verbunden haben. Anhand der gegenwärtigen Kontroversen über die Narzißmus- und Selbst-Theorien weist der Autor auf die Entstehung von „Gruppenidentitäten“ hin, die wegen ihrer emotionalen Verankerung eine rationale Klärung erschweren und eine psychoanalytische „Normalwissenschaft“ komplizieren.