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Um wichtige Erkenntnisse zu verbreiten, sollten alle Medien genutzt werden. Erst durch Schallplatten- und Tonband-Aufnahmen behält eine Vorlesung ihre ursprüngliche Lebendigkeit. Sie erreicht außerdem ein größeres Publikum und kann so ständig neuen Anstoß zur Diskussion geben.
Mitscherlichs Arbeit „Sinnieren über Schmutz“ wurde erstmals 1970 in der Zeitschrift Merkur veröffentlicht, 1974 als „suhrkamp taschenbuch“ herausgebracht und erschien 1975 bei der Büchergilde Gutenberg. Ende 1975 erschien im Erker-Verlag eine überarbeitete Fassung als Schallplattenaufnahme, die hier besprochen werden soll.
Begleiten wir Mitscherlich auf seinem gedankenreichen Spaziergang: angeregt vom Redner stellen sich vermehrt eigene Assoziationen ein. Beim Lesen darf man sich ihnen weitgehend überlassen. Die Eindringlichkeit des Gesprochenen aber stimuliert uns, die Verbindung zur Rede gleich wieder aufzunehmen. „Worte waren ursprünglich Zauber … durch Worte reißt der Redner die Versammlung der Zuhörer mit sich fort und bestimmt ihre Urteile und Entscheidungen“, sagt Freud in den „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“. Mitscherlich will sein Auditorium nicht manipulieren, er spricht nicht das magische Denken der Menschen an, sondern zwingt durch unpathetischen Vortrag zur Auseinandersetzung. Sein Traktat ist zwar belletristisch konzipiert, aber ausgezeichnet psychoanalytisch fundiert. Leider wird es trotz eindringlicher Beispiele und Metaphern eine gewisse, des wissenschaftlich-methodischen Denkens ungewohnte, aber tonangebende Schicht Intellektueller, die sich mit Vorliebe von pseudowissenschaftlichen Vorstellungen beeindrucken lassen, wohl nicht erreichen. Dementsprechend ist Mitscherlichs Pessimismus deutlich spürbar, doch bleibt er der unermüdliche, sich von einer „apokalyptisch“ anmutenden Zukunft nicht entmutigen lassende Rufer der Solidarität im Menschlichen.
„Sinnieren über Schmutz“ ist für einen größeren Hörer- bzw. Leserkreis entworfen worden. Schmutz wird hier geradezu